Wenn etwas preiswert ist, dann ist es oft auch billig.
Manche nennen es: ein Schnäppchen.
Oder anders formuliert: Es ist seinen Preis wert.
Daher: preis-wert.
Im Verhältnis zu seinem Preis ist es nicht zu teuer.
Das Wort preiswert
beschreibt also Produkte oder Angebote, die ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten.
Wenn ein Immobilienmakler den Preis für eine Immobilie nennt, sind Eigentümer manchmal enttäuscht: Sie hatten sich einen höheren Preis erhofft, denn für sie hat die Immobilie einen deutlich höheren Wert: Kindheitserinnerungen sind mit der Immobilie verbunden. Daher liegt der gefühlte Wert über dem genannten Preis. Wunsch und Wirklichkeit liegen weit auseinander. Für den erhofften Preis, hat das Haus zu wenig Wert.
Manche Immobilie hingegen hat ihren Preis.
Keinen geringen Preis, denn der Gegen-Wert ist hoch.
Sie ist wert-voll.
Und damit komme ich beim Christsein an.
Gottes Liebe gibt es nicht nur preis-wert, sondern sogar umsonst.
Gratis.
Aus Gnade.
Gottes Gnade.
Obwohl Gottes Liebe alles andere als billig
ist – auf keinen Fall ein Ramschartikel – im Gegenteil: unbezahlbar.
Merkwürdig, oder?
Etwas, das einen sehr hohen Wert hat, also unbezahlbar ist, wird verschenkt.
Der Theologe Dietrich Bonhoeffer (1906-45) hat den Begriff von der billigen Gnade
geprägt.
Er beschreibt eine falsche Vorstellung von Gnade: Gnade käme ohne Nachfolge oder persönliche Verantwortung aus.
Eine Gnade, die Vergebung, ohne Reue und Umkehr versteht.
Als Trost, ohne Verpflichtung.
Ein Freibrief, ohne persönliche Konsequenzen.
Dann wird Gnade in der Tat billig
, inhaltslos.
Kurz: Dann hat Gottes Gnade, die sich in Jesus Christus zeigt, keinen Wert.
Dann ist sie wert-los.
Auf Gottes Wort der zugesagten Gnade, folgt also eine Ant-Wort.
Wie sieht (m)eine Antwort aus, auf diesen Wert
, der Liebe und Vergebung, den Gott mir anbietet?
Jesus Christus ruft in seine Nachfolge.
Und die hat ihren Preis
.
Zeit, Liebe, Austausch und Vertrauen ist der Schlüssel zu einer tieferen Vertrautheit.
Ähnlich in unseren Freundschaften oder einer Ehe, aber erst recht im Blick auf unser Verhältnis zu Gott.
Die Intensität einer Beziehung bestimmt jeder selbst: Wie viel Zeit will ich investieren?
Wer Christsein als Bezug von billiger
Gnade versteht, wird kaum eine belastbare und intensive Beziehung mit Gott erleben.
Im Gegenteil.
Daher gilt: Jesus bedingungslos nachfolgen – koste es was es wolle.
Denn: Gottes Liebe gibt es kostenlos.
Gratis.
Dafür bin ich dankbar.
Billig ist sie deswegen noch lange nicht.
Sie ist ihren Preis wert.
Bleiben Sie gesund und behütet.
Pastor Burkhard Heupel
Emmaus-Gemeinde