Das Wort zum Donnerstag

Das Wort zum Donnerstag

30.04.2026

1.Mai: Tag der Arbeit

Ich bin, und ich tue.

Ich bin geliebt, und ich bin beauftragt.

Ich bin wertvoll, und ich bin aktiv.

Oft vertauschen Menschen die Reihenfolge der Satzteile in den obigen Aussagen. Vorsicht: Mein Wert darf nicht abhängig sein von meinem Tun. Manchmal missbrauchen Menschen ihre Fähigkeiten, Begabungen und Leidenschaften, um Bedeutung und Liebe zu finden. Der Tag der Arbeit will Zeit geben, genau darüber nachzudenken.

Ohne Frage: Ich liebe es, etwas zu leisten, Ziele zu erreichen und Ideen umzusetzen. Bin ich aktiv und erfolgreich, dann fühle ich mich gut, wichtig und geliebt. Unter dem Strich ist das kräftezehrend und – falsch. Es gilt, den Selbstwert nicht von erbrachten Leistungen, Versagen oder erfüllten Erwartungen anderen gegenüber zu erhoffen. Das sind ungesunde Abhängigkeiten und Antreiber.

Wie starten Sie in den Tag? Eher beglückt oder eher bedrückt? Oder wechselt die Stimmung im Laufe des Tages, je nachdem, ob Projekte gelingen und die Arbeit gut von der Hand geht?

Als Gott diese Welt erschaffen hat, ja, da beauftragt er den Menschen, die Erde zu bebauen und zu bewahren und nicht nur rumzusitzen. Damit sind Menschen involviert, Gottes Schöpfung fortzusetzen: als Hebamme oder Lehrkraft, als Mutter oder Ingenieur, als Handwerker oder Kauffrau, Wissenschaftler oder Landrätin.

Wichtig ist, dass ich mich, vor allem Tun, zuallererst mit der Frage auseinandersetze: Welchen Wert habe ich in Gottes Augen? Dieser Wert wird nicht durch Leistung definiert, sondern liegt darin begründet, dass Menschen Gottes Ebenbilder sind. Imago Dei, sagt der Lateiner. Es geht zuerst um die Menschenwürde, erst dann folgen Beruf und Berufung. Werkeln, Projekte und Ziele.

Solange die Frage nach dem Wer bin ich? ungeklärt ist, wird sich gerne über Beruf und Image definiert. Menschen bleiben abhängig von dem, was Mitmenschen denken oder sagen. Nochmal: Mein Wert ist nicht abhängig von meinem Tun! Auf die Reihenfolge kommt es an: Gott schuf uns nach seinem Ebenbild – anschließend erteilte er die Aufträge.

Archie Coates, Pastor der Holy Trinity Brompton Kirche in London, hat erfahren: Wenn ich mir nicht gleich morgens von Gott zusprechen lasse, wer ich bin, woher mein Wert kommt, dass ich geliebt und wertvoll bin, dass ich von ihm gesehen werde – dann werde ich in den Begegnungen des Tages genau danach suchen: Bestätigung, Wert, Wahrnehmung und Wertschätzung. Und das ist gefährlich!

Bleiben Sie gesund und behütet.
Pastor Burkhard Heupel

Emmaus-Gemeinde

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