Das Wort zum Donnerstag

Das Wort zum Donnerstag

13.08.2026

Im Biergarten

Am heißen Sommerabend radeln meine Frau und ich in die Langfeldsmühle, um den Tag ausklingen zu lassen und eine Kleinigkeit zu essen und zu trinken. Wir setzen uns an einen Tisch für sechs Personen, weil es der letzte freie Tisch im Schatten ist. Kurz nach uns kommt ein Ehepaar, sie schauen sich nach einem Platz um, und fragen, ob sie sich mit an unseren Tisch setzen können. Na klar, aber nur, wenn wir uns auch gemeinsam unterhalten, antworte ich mit einem Augenzwinkern.

Gesagt getan. Es wird bestellt und wir kommen ins Gespräch. Der Unternehmer und seine Frau sind sehr angenehme Zeitgenossen, es wird erzählt und gelacht. Irgendwann fragt der Unternehmer, was ich beruflich mache. Ich bin Pastor der Emmaus-Gemeinde in Babenhausen, antworte ich. Als junger Mann wollte ich auch Pfarrer werden, ist die Reaktion. Und dann? frage ich nach. Dann gab es einige Vorfälle und ich habe den Glauben verloren. Im Verlauf des Gesprächs stellt sich heraus, dass Menschen zu früh verstorben waren, weshalb der Glaube an einen Gott, der so etwas nicht verhindert, an den Nagel gehangen wurde.

Die eigene Lebensgeschichte zeigt auf, dass es dieser Gott anscheinend sehr gut meint mit dem Unternehmer und seiner Frau. Zumindest sind die Ärzte der Meinung, dass beide wohl einen guten Draht nach oben haben. Sie erlebten Bewahrung in Krankheitszeiten.

Wie interessant. Für mich bleibt hängen: Ein Gott, der nicht nach meiner Pfeife tanzt, den kann ich nicht gebrauchen. Der Klassiker: Wenn der liebe Gott wirklich Gott ist, dann muss dieser doch alles tun, damit es seinen Menschen fortlaufend gut geht. Oder nicht? Ein souveräner Gott passt nicht ins Lebenskonzept. Dann doch lieber ohne ihn.

Eine fertige Antwort habe ich nicht. Ich muss Gott und sein Handeln auch nicht erklären oder verteidigen. Gerne teile ich meine Anfragen an den Glauben, denn ich kann mir auch nicht auf alles einen Reim machen. Im Nachgang halte ich für mich fest: Gott ist kein Automat. Seine Wege sind größer und unbegreiflicher als meine Logik (Jes.55,8-9). Trotzdem halte ich an ihm und der Beziehung zu ihm fest, denn ich möchte lieber an seiner Hand mit Fragen unterwegs sein, als ohne ihn. Zu oft bin ich ihm begegnet, habe sein Wirken erlebt, als dass ich ohne ihn durchs Leben gehen möchte.

Eine zufällige Begegnung. Zufall ist, was Gott uns zufallen lässt. Vielleicht ist die Begegnung ein Anstoß gewesen, um über ein Leben mit Gott (neu) nachzudenken. Beide wollen bei Gelegenheit den Gottesdienst der Emmaus-Gemeinde besuchen. Herzlich willkommen!

Bleiben Sie gesund und behütet.

Pastor Burkhard Heupel

Emmaus-Gemeinde

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